Arbeitslosenversicherung, schlechter Revisionsvorschlag

Und wiedereinmal darf der stimmberechtigte Bürger der Schweiz seine Meinung zu einer Vorlage kundtun. Auch wenn die Änderungen vertretbar ausschauen (zumindest auf den ersten Blick), sind die Auswirkungen für die Benachteiligten umso grösser. Lehrlinge, welche nicht in der Lehrfirma weiterarbeiten können und nicht sofort einen neuen Arbeitgeber finden, werden am meisten bestraft. Die Befürworter argumentieren – wie üblich – dass dies der beste Weg für Firmen, minimale Einschränkungen der Beschäftigten und der Berücksichtigung der konjunkturellen Lage.

Nur, wie entstand der “plötzliche” Schuldenberg seit der letzten Änderung der Arbeitslosenversicherung in 2004? Die Beiträge wurden von 3% auf 2% gekürzt, da mit einer generellen Arbeitslosigkeit von 2.5% ausgegangen worden war. Es zeigte sich – wie damals schon kritische Stimmen von sich hören liessen – dass der Prozentsatz auf ca. 3.2% liegen blieb.

Statt jetzt einfach die fehlerhafte Korrektur von 2004 wieder angemessen zu erhöhen, wird gleich die gesamte Versicherung angepasst, sowie Einsparungen bei jenen Personen gemacht, welche die ALV benötigen.

Die Ablehnung der Revision bedeutet zum Glück aber nicht, dass die nächsten 6 Jahre weiterhin Schulden über Schulden gehäuft werden. In diesem Fall wäre der Bundesrat gezwungen, die Beiträge zu erhöhen, was laut seiner Aussage zunächst eine Erhöhung auf 2.5% sein wird. Gleich viel, wie die Revision fordert, aber ohne den Abbau der Versicherungsleistungen. Falls dies nicht reichen würde, wäre eine spätere Erhöhung ebenfalls möglich.

Aus diesem Grund: NEIN zur Revision der Arbeitslosenversicherung. Es wird kein Abbau der Leistungen stattfinden, und dennoch werden, wie in der bestehenden Arbeitslosenversicherung definiert, die Beiträge auf ein gesundes Niveau erhöht.

Quellen:

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Nein zur Aufhebung der Wehrpflicht

Wie durch die Medien wohl schon bekannt, wollen SP, die feminischtische Friedensorganisation (kurz cfd, Männer haben wohl nichts zu suchen), die Grünen und unsere allseits geliebte GSoA die allgemeine Wehrpflicht aufhaben.

Die Initiative im Gesetzestext:

I Die Bundesverfassung vom 18. April 1999 wird wie folgt geändert:
Art. 59 Militär- und Zivildienst
¹Niemand kann verpflichtet werden, Militärdienst zu leisten.
²Die Schweiz hat einen freiwilligen Zivildienst.
³Der Bund erlässt Vorschriften über den angemessenen Ersatz des Erwerbsausfalls für Personen, die Dienst leisten.
4Personen, die Dienst leisten und dabei gesundheitlichen Schaden erleiden oder ihr Leben verlieren,
haben für sich oder ihre Angehörigen Anspruch auf angemessene Unterstützung des Bundes.
II Die Übergangsbestimmungen der Bundesverfassung werden wie folgt geändert:
Art. 197 Ziff. 8 (neu)
8. Übergangsbestimmungen zu Art. 59 (Militär- und Zivildienst)
Tritt die Bundesgesetzgebung nicht innerhalb von fünf Jahren nach Annahme der Aufhebung der Militärdienstpflicht und der
Einführung des freiwilligen Zivildienstes im Sinne von Artikel 59 Absätze 1 und 2 durch Volk und Stände in Kraft, so erlässt
der Bundesrat die nötigen Ausführungsbestimmungen auf dem Verordnungsweg.

In Kürze die Bedeutung:

  • In der Armee wird es noch 2 Sorten Menschenschlag geben:
    • Berufsmilitär und Zeitmilitär aus finanziellen Gründen
    • Aus ideologischen Gründen
  • Zivilschutz wird faktisch nicht mehr existieren

Da stellen sich zwingend zwei Fragen:

  1. Wer übernimmt nun jene Tätigkeiten? Dazu gehören nicht nur Raumsicherung und ähnliches militärisches Geplänkel, sondern auch Sicherung und Unterstüzung bei Grossveranstaltungen, bei welchem auch der Zivilschutz tatkräftig und günstig mithilft.
  2. Wer bezahlt die neuen und teureren Helfern?

Da der Dienst ja nun freiwillig ist, stelle ich die provokante Frage: Wieso jene bezahlen? Sind ja selber Schuld das sie helfen. In den wenigsten Vereinen bekommt ein Mitglied einen finanziellen Ausgleich, meist ist die Mitgliedschaft aber mit einem Mitgliederbeitrag verknüpft. Nur: Dann fänden sich noch weniger Personen, welche mithelfen unpopulärere Grossanlässe (WEF, eidg. Schwingerfest, Sanidienst während der Euro 08 in der PublicViewing Zone) tatkräftig zu unterstüzen.

Der Miliz-Gedanke hingegen hat viele Vorteile. Es verhindert, dass einige wenige verrückte Personen wichtige Elemente alleine beherschen können. Es verhindert, dass wir eine Armee haben, welche von Rambos, Schiesswütigen und Militärköpfen beherscht wird. Zudem bringt es massiv kürzere Ausbildungszeiten, da man Mechaniker aus der Industrie auch in der Armee als Mechaniker brauchen kann. Ausnahmen bestätigen die Regel, und haben meist mit einer schlechten Rekrutierungsstruktur vor Ort zu tun.

Nun, wie würden die Kosten aussehen? Dazu hat vimentis.ch eine Zusammenstellung der Kosten erstellt, welche realistisch erscheint.

1 Beibehaltung der heutigen Armee International vernetzte Armee Armee für die innere Sicherheit Klassische Verteidi- gungs- armee Abschaffung der Armee
Haupt- aufträge Existenzsiche- rung, Raum- sicherung & Verteidigung, Friedensförde- rung Friedens- förderung Existenz- sicherung Verteidigung -
Optimale Form Milizarmee mit allg. Wehr- pflicht Berufsarmee Freiwillige Milizarmee oder Berufsarmee Freiwillige Milizarmee -
Kosten Ca. 5 – 5 Mrd. Ca. 2 – 3 Mrd. Ca. 2 Mrd. Ca. 3.5 – 4 Mrd. Ca. 1.5 Mrd.

Das würde heissen, dass eine freiwilige Milizarmee die personellen Resourcen nur für eine Existenzsicherung oder für eine Verteidigungsarmee hat, nicht mehr aber für alle weiteren Aufträge der Armee. Darum stellt sich die Frage:

  1. Was für einen Menschenschlag wollen wir in unserer Armee?
  2. Und was für eine Armee wollen wir?

Eine Frage, welche sich SP und alle anderen Parteien welche für die Aufhebung der Wehrpflicht nicht stellen lassen wollen. Die Sicht der GSoA ist wohl die ehrlichste und die klarste.

  1. Quelle: vimentis.ch
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Christ sein und Armee?

Prolog: Dies ist eine Sichtweise von vielen und behandelt nicht die diversen militärischen Tätigkeiten innerhalb der Schweizer Armee.

Christ sein

Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Math 6, 241

Beispiel gefällig? Ich versuchte einmal einen WK und ein Semesterende (Überlappung von 2 Wochen) unter einen Hut zu bringen. Mit dem Resultat: Niemand war zufrieden. Ich nicht, meine Vorgesetzten und Untergebenen nicht sowie mindestens ein Dozent nicht mit meiner Leistung. Ich befand mich zwischen Stuhl und Bank, mit dem Resultat, dass ich beidem nicht die nötige Aufmerksamkeit geben konnte.

Lesson learnt: Nie mehr WK und Semesterende unter einen Hut bringen zu wollen. Funktioniert eh nicht, und wenn doch dann nur eines von beidem.

Diese Aussage von Jesus geht aber eigentlich soweit, dass man seine Interessen und die Interessen von Gott für einem selbst nicht auf gleiche Stufe setzen kann, ohne entweder die eigenen oder jene von Gott zu vernachlässigen. Ein Interessenkonflikt ist vorprogrammiert.

Armee?

In jeder Stufe der Armee geht es immer in die gleiche Richtung: Jeder muss seine Interessen hinter die Interessen des Auftrags (oder des Befehl des Vorgesetzten) stellen. Es ist kein wollen und kein dürfen, es ist ein müssen. Egal wie sinnvoll oder sinnlos ein Auftrag ist. Und dies in Extremsituationen bis hin zum Aufgeben des eigenen Lebens für den Auftrag.

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Christustag 2010 – Diesmal ohne Schönwetterchristen?

Es war nach Jahren wieder mal ein Christustag. Diesmal im Stade de Suisse, Bern.

Es war ein cooler Tag, mit vielen coolen Leuten (ca. 25’000) und guten Referenten. Klar, ein Event welcher alle Personen aus verschiedensten Kirchen glücklich machen kann, gab es nicht. Aber wenn man die Personenzahl mit jener von Basel aus dem Jahr 2004 vergleicht (damals ca. 40’000, das Joggeli-Stadion platze aus allen Nähten) muss man sich fragen, wo blieben die anderen 15’000 Personen?

Mag es am Preis liegen, der diesjährig das erste mal erhoben wurde? Wobei 45.- an der Tageskasse (Vorausbestellungen mit integriertem Zugticket waren zum Teil billiger) nicht alle Welt sind.  Oder mag es am vorhergesagtem schlechten Wetter liegen?

Wer es noch nicht mitgekriegt hat: Das Wetter war während des Anlasses spitze. Etwa eine halbe Stunde vor Beginn hat der Regen komplett aufgehört, und die Sonne zeigte sich sogar am Nachmittag sehr grell. Zwar wollte es etwa eine halbe Stunde vor offiziellem Ende kurz ein wenig (aber heftig) Regnen. Halt das typische “Giesse Ströme des lebendigen Wassers”. Aber sonst: Perfektes Wetter.

Darum bleibt die Frage: Wo blieben die restlichen um das Stadion zu füllen?

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Nein zur Anpassung des Mindest-Umwandlungssatzes

Es ist wiedermal Abstimmungszeit. Eine Abstimmung ist die Umwandlung des Rentensatzes. Nun, ich bin generell in dem Lager, welches hier für die Umwandlung wirbt, aber für mich greift das ganze Thema zu kurz, und ist wiedermal eine reine Symptombekämpfung. Symptombekämpfung, weil es das Problem gar nicht an der Wurzel packt, und eine reine Schönfärberei ist.

Unsere Pensionskassen waren dazu gedacht, das eingezahlte Geld sauber zu verwalten. Generell müssten sie auf einem normalen Profit, welches mit seriösen Geldgeschäften möglich ist, aufbauen. Nur: Wo viel Geld ist, wird gerne auch viel Geld eingesetzt, um noch mehr Geld zu “verdienen”, und dieses Geld wird wieder investiert, um noch höhere Gewinne zu machen. Wo kann man kurzfristig am schnellsten Geld machen? Ja genau, die liebe Börse.

Und wo wurden schon bei der vorhergehenden Kriese als der jetztigen Wirtschaftskriese viel Geld verloren, und auch bei den Pensionskassen? Genau, bei den Börsen. Und was lehrt uns das? Die lieben Pensionskassen haben es nicht gelernt. Und werden es nie lernen.

Wennschon muss den Pensionskassen und deren Entscheidungsträger viel stärker auf die Finger geschaut werden, und vielleicht sollten Entscheidungsträger auch persönlich Haftbar gemacht werden. Erst dann kann die Systemkrankheit geheilt werden, und erst dann kann mit stabilen und wiederkehrenden Gewinnen gerechnet werden.

Bis es soweit ist, darf es nicht sein, dass jene Generation welche für die heutige Jugend am meisten Gearbeitet hat, jetzt leer oder mit weniger ausgeht, als sie verdient hat. Und wer als 20 Jähriger heute meint, er könne in 45 Jahren in die Rente, soll sich nicht blenden lassen. Und ob es bei dieser Systemkrankheit in 45 Jahren überhaupt noch eine Rente gibt, oder ob man wieder wie früher auf seine Kinder aufbauen muss, wird sich auch zeigen.

Ich will aber nicht den jetzigen Entscheidungsträger die trügerische Hoffnung geben, sie können so weitermachen wie bisher. Wennschon Zeichen setzten, dann die Richtigen in die richtige Richtung. Auch wenn es vielleicht im Moment einige schmerzt.

Gegenvorschlag: Statt die Kürzung quer über alle Jobs gleichmässig zu machen, wäre es vielleicht sinnvoller, Rentenkürzungen bei jenen zu machen, welche zu Arbeitszeiten genug verdient haben und es sich leisten konnten, Geld zur Seite zu legen. Und ja, ich wäre dazu bereit.

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Wenn Christen Christen richten

Bis heute hab ich es vermieden, offen über solche Themen zu bloggen, aber ich denke, der eine oder andere wird manchmal den einen oder anderen Hinweis entdeckt haben. Aber eigentlich sind genau solche Themen sehr interessant.

Angefangen hat dieser Beitrag von einer sehr banalen Frage unter Christen. Sie lautete: “Dürfen Christen rauchen?”
Eine simple Frage, wo manche mit Nein, manche mit Ja, andere mit “Ist doch egal” und wieder andere mit “Weiss nicht” antworten. Und eine Frage, welche für eine Antwort ein tieferes Verständnis von der Gnade Gottes durch Jesus Christus erfordert. Weiterlesen

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Neuer Server

So, sobald dieser Blog-Eintrag sichtbar ist, ist der technische und physikale Untergrund der Seite ausgetauscht worden.

Grund war weniger der Platz für normale Web-Seiten, sondern dass ich meinen “alten” Server noch für vieles andere brauchte (Repo-Server, Build-Server, Sync-Server), und der Platz dafür zu klein wurde.

Nun, für die nächsten paar Jahre wird dieser Server sicher reichen, und der alte darf nach etwas mehr als 2 Jahren in Rente.

Ein riesiger Vorteil hat der Umzug auf jeden Fall: Ich hab wiedermal eine praktische Übung was man auch bei einem reinen Umzug von einem Debian-Server zum nächsten alles beachten muss :D VHost-Configs, Ordnerstrukturen, Rechtevergabe um die täglichen Sachen zu nehmen. Und: Datentransfer. Auch bei 100MB Anbindung zwischen den Servern dauert es manchmal ne Weile.

Zudem ist der Umzug ein zwingender Grund unschöne Configs zu überarbeiten, für das man bis dato zu Faul war. Nun kann ich sagen: Done bei 98%. Einzig gitosis macht mir jetzt noch sorgen… Aber auch das krieg ich irgendwie hin, dass die Nutzer nichts davon merken. Oder fast nichts…

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Weihnachten, Wolf und Rotkäppchen Fabel

Eine lustige Fabel über den Weihnachtsmann, den bösen Wolf und das Rotkäppchen.

Lupe, der Satire-Blog: Weihnachten, Wolf und Rotkäppchen Fabel.

Frohe Festtage :)

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Die Problematik mit dem Erben

Nun, ich hatte in den letzten Tagen ein paar interessante Diskussionen darüber, dass man selber nicht für die Schuld der Ahnen zur Verantwortung gezogen werden darf.

Aber wenn der erst kürzlich verstorbene Ahne ein paar Scheine Geld übrig hatte, darf man denn für die nicht selbst verdiente Kohle jene Einstreichen? Also nur das positive, nie das negative?

Nun, in jedem Fall, auch in unserem System, zahlt jemand für die Schuld. Wenn die Erben das Erbe ausschlagen, zahlt am Schluss der Gläubiger für die Schuld. Er bleibt auf seiner Tätigkeit sitzen ohne einen Gegenwert zu erhalten. Und das soll Gerecht sein? Wäre es nicht konsequent auch hier die Erben zur Kasse zu bitten? Oder wen schon dann kein Erbrecht mehr zu geben sondern gleich alles der Allgemeinheit (Staat) zu vermachen?

Wer das eine Fordert und das andere nicht will ist jemand, welcher nur die Sonnenseite haben will. Und es gibt Schulden, welche mehr verlangen als ein bisschen Geld.

Nun, genug Querverweise ohne Text, und genug Infos zwischen den Zeilen. Wer Ohren hat, der höre.

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Das Volk hat entschieden

Zugegeben, ich bin über die Klarheit der Abstimmung erstaunt, und zugleich erfreut. Hingegen liessen uns die Initiativtexte auch keine eindeutige Pro/Kontra-Wahl abgeben, sondern nur so nach dem Motto: Im Prinzip schon aber…
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