(bissige?) Blogs eines Schweizers

Blogs, die das Leben schreibt

Archiv für Oktober 19th, 2008

Ölpreise, theoretischer Vorteil der Finanzkriese

Erstellt von Swissbite am 19. Oktober 2008

Heute steht in der NZZ-Online einen interessanten Artikel:

Preise deutlich gesunken

Die Massnahme solle wieder ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage schaffen, sagte der Politiker. Khelil erinnerte daran, dass der Ölpreis im Juli noch einen Spitzenwert von 147 Dollar pro Fass gehabt habe. Am Donnerstag habe der Fasspreis in London bei 68 Dollar und in New York bei 72,30 Dollar gelegen.

Nun, laut Tankstellenangaben sind die Preise immer noch gleich hoch. Zudem bezweifle ich, dass jene Preise so schnell nach unten korrigiert werden, wie sie in die höhe geschossen sind.

Und was macht die Opec, jetzt wo ihr Rohöl rassant billiger geworden ist, und nun wieder einen “alten” Stand erreicht hat? Sie wollen die Fördermenge drosseln, um den Preis wieder künstlich in die höhe zu heben.

Wie im Titel erwähnt: Theoretisch sollten die Ölpreise wieder markant billiger werden, dagegen wehren sich aber alle, die an den hohen Preisen mehr verdienen. So kann man Schurkenstaaten auch kennzeichnen.

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Wir können über den biometrischen Pass abstimmen

Erstellt von Swissbite am 19. Oktober 2008

Eine Meldung die sogar eine deutsche Heise-Verlag zu einem Artikel veranlasst hat: Wir können als einziges Land über die biometrische Reisepässen abstimmen. Das Referendum ist ohne grossen Medienputsch zu einem guten Resulatat von 63′733 gültigen Unterschriften gekommen.

Wir haben nun die Möglichkeit als einziges Land zu entscheiden, ob in Zukunft Pässe (und indirekt auch die ID) zwingend mit biometrischen Daten zu versehen sind, oder ob der einzelne Bürger dies frei entschieden darf.

Nun, man mag sich fragen, was din überhaupt biometrische Daten? Im momentanen Entwurf gehören unter anderem dazu:

  • digitaler Fingerabdruck
  • digital aufbereitetes Foto

Welche weiteren Daten auf dem RFID Chip noch enthalten sind, enzieht sich meiner Kentnisse. Und somit ist auch schon das 2. Problem angesprochen: RFID-Chip. Ein RFID-Chip ist ein Datenspeicher, aus dem ohne Berührung Daten ausgelesen werden können. D.H. ich muss den Pass oder die ID gar nicht aus der Tasche nehmen, es reicht wenn ich durch eine Schranke, analog von einer Metalldetektionsschranke, hindurchlaufe, und die Daten werden ohne mein zutzun ausgelesen. Eigentlich braucht es nicht mal eine Schranke, je nach technischer Reife der Auslesegeräte kann das auf mehrere Meter abstand passieren. Was somit dem Identitätendiebstahl Tür und Tor öffnet.

Nun, alle guten Dinge sind ja drei, wollen wir das auch hier so halten: Der 3. Punkt ist die gewünschte Datenbank, in der alle Daten, die in den RFID-Chip eingepflanzt werden, gespeichert werden. Das ist so an sich ja auch noch nicht schlimm, aber lässt dem Informationsrausch der heutigen Zeit weitere Begehrlichkeiten erhoffen. So wäre es eigentlich nicht weiter schwierig, aus den verschiedenen Krankenkassen die Daten zu ihrer einzigen Identität hinzuzufügen, aus dem Strafregister auch noch eine Verknüpfung herzustellen, und aus der Steuerverwaltung auch gleich ihre Liquidität überprüfen.

Dazu abschliessend noch dieses Szenario aus der Diplomarbeit von Halil Özel:

Pizzalieferant Marly: Pizza Palace Lieferung in 30 Min. oder Geld zurück, mein Name ist Marly wie lautet ihre Bestellung? Mr. Kelly: Hi Marly, ja, ich möchte bestellen… Marly: Mr. Kelly, richtig? Mr. Kelly: aaa…. Ja…Marly: Danke, dass Sie wieder anrufen, Ihre nationale Identifikationsnummer lautet: 6102049998 – 45 – 54610 richtig? Mr. Kelly: aaa….. ja.

Marly: Danke Mr. Kelly, ich sehe Ihre Adresse lautet 736 Montrose Court und Sie rufen von ihrem Handy aus an, sind sie zu Hause? Mr. Kelly: aaa… nein, ich bin auf der Arbeit Marly: Oh wir können zu Bobs Autoteile liefern, 175 Lincoln AVE richtig? Mr. Kelly: Nein, ich bin auf dem Weg nach Hause, woher wissen Sie das alles? Marly: Oh wir sind jetzt mit dem System verbunden Mr. Kelly: Hm… ich möchte 2 Ihrer Spezialpizzen mit doppelt Fleisch bestellen.

Marly: O.k., darauf gibt es aber 20 Dollar Aufpreis Mr. Kelly: Was meinen Sie? Marly: Laut dem System zeigen Ihre medizinischen Daten, dass Sie einen extrem hohen Blutdruck und Cholesterinspiegel haben. Wir haben einen Vertrag mit ihrer Krankenversicherung, sodass Sie die Pizza bestellen können, wenn Sie schriftlich auf alle diesbezüglichen Krankenkassenzahlungen verzichten Mr. Kelly: Was? Marly: Stimmen Sie zu? Sie können die Verzichtserklärung bei der Lieferung unterschreiben, es kommen aber Verwaltungsgebühren dazu, das Ganze macht 67 Dollar. Mr. Kelly: 67 Dollar? Marly: inklusive 15 Dollar Aufschlag für das Liefern in einer orangefarbenen Gefahrenzone Mr. Kelly: Ich lebe in einer orangenfarbenen Zone? Marly: Natürlich, da war ein weiterer Überfall in Ihrer Straße gestern, hmmmm… Sie könnten 48 Dollar sparen, indem sie unsere Gemüsepizza bestellen und sich die Pizza selber abholen. Es sind Tofustäbchen dabei, sehr lecker und gesund. Mr. Kelly: Aber ich möchte doppelt Fleisch!

Marly: Dann können Sie sich auch die 67 Dollar leisten, … Sie haben eben Tickets nach Hawaii bestellt, die waren auch nicht billig, aaa… ich sehe gerade, Sie haben letzte Woche das Buch „Sparen im Urlaub ausgeliehen“, Ihre Entscheidung! Mr. Kelly: O.k., o.k. ich nehme die Gemüsepizza Marly: Gute Wahl, Sie müssen auf ihre Linie achten wenn Sie an den Strand wollen. Ein Meter Bauchumfang he? Wow.. da haben Sie das Gemüse nötig. Mr. Kelly: (Genervt) Wie viel macht das? Marly: Es gibt ein Rabatt-Coupon über 3 Dollar in der aktuellen Ausgabe von Total Men´s Fitness, ihre Frau abonniert die, oder? Das macht dann zusammen 19.99 Dollar. UPS.. alle ihre Kreditkarten sind am Limit, halten sie Bargeld bereit.“

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Bern schaltet doch

Erstellt von Swissbite am 19. Oktober 2008

Mit etwas verspätung kommt doch auch hier der Senf zur Berner Variante der Finanzkriese.

Wie wohl jetzt überall bekannt, spricht die Nationalbank 60 Milliarden Dollar für eine Zweckgesellschaft. Somit kann die UBS “faule” Wertpapiere auslagern, die im Moment keinen Gewinn bringen, und Geld blockieren. D.H. die UBS kann maximal Wertpapiere im Wert von 60 Milliarden Dollar auslagern, und so wieder flüssiges Geld machen.

Zudem stellt der Bund für eine Kapitalerhöhung mit 6 Milliarden Schweizer Franken bereit. Immerhin mit 12.5 % Jahreszins, aber dennoch ein haufen Geld. Nicht vergessen werden darf, dass in diesem Fall der Bund einen Einfluss von 9% erhält. Aber detailierter kann man das bei der NZZ.ch nachlesen.

Nun ja, wieso beschäftigt mich das?

Einerseits verstehe ich ja, dass man die UBS nicht bankrott sehen will, hängen doch zuviele KMU an der UBS (Darlehen, Hypotheken, usw). Das sagene jedenfalls dieverse Medien. Zudem ist die UBS die grösste Schweizer Bank, und die möchte man nicht verlieren. Aber: Sieht man hier nicht irgendwelche Anzeichen wie:

Je grösser du als Firma bist, je mehr Geld für dich im Spiel steht, desto mehr Fehler kannst dir erlauben, da ja der Staat es sich nicht leisten kann, dich untergehen zu lassen.

Falls dem nicht so ist, dann warte ich auf die Flut der KMUs, welche auch die Hände hinhalten wegen ihren Geschäftsproblemen auf Grund dieser Finanzkriese.

Um doch noch was positives zu sagen: Immerhin kommen jetzt die exorbitanten Entschädigungen vermehrt in den Blickfeld der obereren Entscheidungsträger. Ich hoffe, dass was daraus gelehrnt wird, auch wenn ich es bezweifle. Und wenn doch, wie wäre es mit meinem Vorschlag?

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