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28Okt/080

Fauler Kompromiss bei Auslandseinsätzen der Schweizer Armee

Oder auch: Verlust des Sinnes unserer Armee
Oder auch: Aktive Zerstörung der Neutralität

Bis dato konnte kein Angehöriger der Armee (kurz AdA) für Auslandseinsätze gezwungen werden. Jeder Einsatz musste freiwillig geschehen, und wurde Vertraglich festgehalten. Generell war und ist die Armee als eine verteidigende Armee ausgelegt, und sollte nicht pro-aktiv wirken. Bis heute sind auch die "freiwilligen" Einsätze für Kosovo recht umstritten.

Neu will die Sicherheitspolitische Kommision (kurz SiK), dass Wiederholungskurse (kurz WK) auch im Ausland durchgeführt werden dürfen, und somit ein AdA dazu verpflichtet werden kann. Zwar will in der neuen Fassung die SiK dies nur erlauben, wenn der Ausbildungsdienst nicht im eigenen Land stattfinden kann, bzw dies unmöglich ist.

Nun, ab wann ist ein WK für die Bedürfnisse einer Armee zur Verteidigung nicht mehr im eigenen Land durchführbar? Ab wann kann eine Armee die primär auf die Verteidigung (Dazu gehört auch Raumsicherung!) ausgerichtet sein sollte, in fremdes Theritorium vordringen, oder Übungen nicht mehr im eigenen Gebiet durchführen?

Dazu gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Die Aufgaben haben sich grundlegend so weit geändert, dass die Doktrin angepasst werden muss, und unsere Armee nicht mehr eine verteidigende Armee ist, sondern auch pro-aktiv wirken will, und sich somit auf grösserem Gebiet selber beüben muss, um später evnt. auch den Aggressor zu sein.
  2. Die Armee soll vermehrt im Ausland operieren, um sogenannte Friedensfördernde Massnahmen durchführen zu können, was im Prinzip nicht mehr ist, als Ruhe mit Waffengewalt durchzusetzen, und somit eigentlich gegen die Neutralität steht, da wir uns aggressiv gegen die Selbstkontrolle der dortigen Politik vorgehen, und jenen Personen nicht zutrauen, dass sie solche Probleme selber lösen können oder wollen.

Der einzige legitime Grund für Auslandseinsätze ist eigentlich für die Luftwaffe, da unser Land wirklich zu klein ist, um die vollen Möglichkeiten der Jets auszutesten, oder die Luftabwehrwaffen einmal in echt zu sehen. Zu letzterem hat unser Land zuviel Flugverkehr, dass jeder solcher Einsatz schwerwiegende Folgen haben könnte, was wir uns (zu Recht) nicht leisten wollen und können.

Aber jede andere Variante verstösst aus meiner Sicht gegen die Neutralität und gefährdet unsere politische Position im Ausland. Diese neue aktive Neutralität ist nicht mehr neutral, sondern egoistisch, unbedacht, kurzsichtig.

Quellen: 20min.ch, nzzonline.ch

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