Perspektivenwechsel
Wie wäre es mit einem Perspektivenwechsel? Einer, welche uns Schweizer gänzlich unbekannt ist? Stellen Sie sich darum folgendes vor:
- Jedesmal wenn sie auf die Strasse gehen ist es unsicher, ob sie unverseht nach Hause kommen.
- Ausgang und Bombenexplosionen gleichzeitig sind keine Seltenheit
- Sie sind froh, wenn sie unversehrt zur Arbeit kommen und ebenso unversehrt wieder nach Hause zu Frau, Kind und Familie kommen.
- Wenn möglich meiden Sie öffentliche Verkehrsmittel.
- Belebte Strassen sind eher ungeeignete Aufhaltungsplätze.
- Sie leben in Ihrem Land, aber ihre Nachbarländer möchten sie von der Karte radieren.
Utopie? Zu extrem? Gibt es überhaupt nicht?
Knapp 2'700 km in SüdÖstlichlicher Richtung ist das unter der Israelischen Bevölkerung Alltag. Dieser Altag hat sich während 5 Monaten geändert, endlich ist einmal Ruhe eingekehrt. Dafür kommt jetzt das ganze umso intensiver zurück.
Seit gut 2 Wochen ist der Waffenstillstand offiziell von der Hamas-Seite beendet. Und Israel ist seit ungefähr dieser Zeit militärisch im Gaza-Streifen im Einsatz. Was aber von allen seiten verschwiegen wird: Die Hamas hat inoffiziell den Waffenstillstand einen guten Monat vorher beendet, und den Raketenbeschuss wieder aufgenommen.
Um eine Vorstellung zu geben, was das wirklich bedeutet: Die gängigen Qassam-Raketen haben, je nach Quellenangaben, bis zu 40km Reichweite. Um das auf Schweizer Verhältnisse anzupassen, nehmen wir als kleinstes Nachbarland Lichtenstein. Dies hätte eine Reichweite nach Chur, Flims, Glarus, ganz Appenzell, und weite Teile von St. Gallen. Da solche Raketen von überall abgefeuert werden können, könnte man die auf dem offenen Feld abfeuern, um so zivile Opfer bei Gegenschlägen klein zu halten. Aber, und scheinbar lernt man das in jeder solchen Organisation, ist es viel besser und effizienter, diese Rakete aus Schulhäusern, Krankenhäusern, Wohnhäusern oder Geschäftsvierteln abzufeuern. Und da wundert man sich, wieso Israel gezielt solche Stellungen angreift, und wieso leider immer zivile Opfer zu beklagen sind?
Nun: Welche Ziele verfolgt Israel mit dem erneuten Einmarsch in den Gaza-Streifen? Ihr Ziel ist es, die paramilitärische Macht soweit zu schwächen, dass es für die Hamas schwierig bis unmöglich wird, in absehbarer Zeit wieder eine solche zermürbende Stellung aufnehmen zu können. Dies soll einerseits geschehen mit dem tiefsten Einmarsch in das Gebiet. Gleichzeitig wird versucht, Schmuggelverbindungen zu Ägypten zu zerstören. Aber eine endgültige Lösung wird das nicht sein.
Das Problem könnte gelöst werden, wenn die Hamas Israel als Staatsmacht anerkennen würden, und Palästina endlich ein eigenes Land kriegen würde. Dann, und nur dann, könnte die Versöhnung im grossen Rahmen stattfinden. Nur: Beides ist im Moment soweit entfernt, wie der Morgen vom Abend. Die Hamas und einige Länder in der Region anerkennen Israel nicht.
Und: Beide Parteien wollen Jerusalem als ihre alleinige Hauptstadt.
Diese 2 Hauptgründe haben gereicht, diese Region während 40 Jahren im Dauerkriegszustand zu halten. Und es könnten diese 2 Hauptgründe sein, die es auch weiterhin behalten könnten.
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