Wenn Christen Christen richten
Bis heute hab ich es vermieden, offen über solche Themen zu bloggen, aber ich denke, der eine oder andere wird manchmal den einen oder anderen Hinweis entdeckt haben. Aber eigentlich sind genau solche Themen sehr interessant.
Angefangen hat dieser Beitrag von einer sehr banalen Frage unter Christen. Sie lautete: "Dürfen Christen rauchen?"
Eine simple Frage, wo manche mit Nein, manche mit Ja, andere mit "Ist doch egal" und wieder andere mit "Weiss nicht" antworten. Und eine Frage, welche für eine Antwort ein tieferes Verständnis von der Gnade Gottes durch Jesus Christus erfordert.
Hier ein paar Fakts, wenn man die Bibel als geschriebenes Wort Gottes anschaut. Und zwar als solches Wort, dass es für Menschen verständlich ist, zum Teil in einer bestimmten Zeit spielt und somit die dortigen Gegebenheiten mitbetrachtet werden müssen.
Fakt 1: Gott hasst die Sünde, und alles, was uns direkt schadet. ER hasst aber nicht den Menschen selber, den liebt er. Und zwar so immens, dass ER alles daran setzt, dass wir Menschen, wenn wir wollen, eine Beziehung zu ihm aufbauen können. Ja, für Nichtchristen wird dieser Fakt töricht erscheinen. Ist aber so.
Fakt 2: Das alte Testement war auf Leistung aufgebaut. Du musst, du sollst, du darfst nicht usw. Es war klar geregelt, was man durfte, was man nicht durfte, und was man zu tun hatte wenn man es trotzdem tat. Aber Menschen sind eben Menschen, und seit dem Sündenfall sehr Fehleranfällig. Darum dieser alte Leistungsdruck.
Es war eine Schuld, die lange Zeit niemand vollständig bezahlen konnte.
Fakt 2.5: Gehört eigentlich zum Fakt 2, aber es ist die Konsequenz daraus: Da wir von uns aus nicht selber gerecht werden können, schickte Gott den einen, welche diese Schuld endlich und ein für alle mal begleichen konnte. Jener, welcher zur damaligen Zeit den Tod sterben musste, welcher für Mörder, Vergewaltiger und schlimmeres Gesindel bestimmt war. Einer der schlimmsten Tode. Erst recht für einen, welcher keine Schuld hatte.
Konsequenz 1: Daraus folgt eine Konsequenz: Wer keine Schuld hat, muss in dieser Schuld nicht leben. Darum heisst es auch, dass Christen für die Sünde und das Gesetz gestorben sind. Ich als Christ muss nicht mehr die Regelwerke des alten Testamentes beachten, und bin frei von diesem Zwang.
Konsequenz 2: Da sich ein Christ nicht selber erretten kann, sondern auf die Gnade angewiesen ist, hat er auch nicht das Recht andere zu richten. Richten vor allem im Blick auf die Definition, was ein Christ darf und was nicht. Oder noch genauer: Ab wann ein Christ eigentlich Christ ist, und wo diese Grenze gelegt wird. Lesenswert ist hier sicher Matthäus 7,1-2
Konsequenz 3: Als glaubender und suchender Christ zur Nähe von Gott wird sich vieles mit der Zeit ändern. Veränderung im Sinn zum Guten. Etwas, was ein Christ von sich aus machen wird, ist die Nähe zu Gott zu suchen. Sei dies in Wort, Gebet, Lobpreis, Meditation, Arbeit, Sport und vielem mehr. Ich bin der Meinung, dass dies die Grundbestrebung sein soll. Aus dieser wird der Rest nicht mehr ein müssen, sondern ein wollen und nicht mehr anders können als mit alten Fehlern aufzuräumen.
Fazit 1: Da ein Christ die Nähe zu Gott sucht, wird er sich auch zeigen. Jedem persönlich, und jedem anders. Mit der Zeit wird er jedem den einen oder anderen wunden Punkt zeigen, wo er sich zu verbessern hat. Und es ist mehr ein "es wäre doch wenn, " oder "schau, hier gibt es noch Verbesserungspotential" als ein "du musst, du hast zu tun, usw". Und es wird ein eigener Wunsch dies zu ändern. Die Änderung kann langsam oder schnell vorangehen, bei jedem anders.
Fazit 2: Da ich den Plan von Gott für den anderen nicht kenne, und seine Roadmap nicht mal für mich selber sehe, kann ich kein Urteil fällen. Es fehlt jede genaue Grunlage.
Fazit 3: Ja, in der Bibel steht: "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln?" (Matthäus 7,16) Aber es steht klar: Ihr werdet sie erkennen. Nicht Gott. Diese Früchte sind für uns Menschen ein Wegweiser, ein möglicher Wegweiser. Aber nicht für Gott. Wir sehen nur das Oberflächliche, und können meist nur das Beurteilen was wir sehen, schmecken und hören. Es ist ein Hilfsmittel andere ungefähr einzuschätzen, und im besten Fall andere zu fördern uns fordern. Aber nicht mehr.
Zum Schluss: Darf ein Christ nun rauchen? Ja, er darf. Es ist zwar besser, wenn er es nicht tut, aber er darf. Und zwar aus zwei Gründen. Der erste steht auch in der Bibel: "Alles ist mir erlaubt — aber nicht alles ist nützlich! Alles ist mir erlaubt — aber ich will mich von nichts beherrschen lassen!" 1. Korinther 6, 12
"Es ist mir alles erlaubt — aber es ist nicht alles nützlich! Es ist mir alles erlaubt — aber es erbaut nicht alles!" 1. Korinther 10, 23
Daraus folgt der zweite Grund aus Fazit 1: Durch die Veränderung wird jeder Christ irgendwann mit dem Rauchen aufhören. Und sei das am Schluss mit dem Tod. Wenn es bis zum Tod dauert, dann waren andere Schritte im Plan Gottes wichtiger als das kleine Rauchen. Dasselbe mit Drogen und anderen Süchten. Sucht ist ein Problem, und eine Sünde. Aber manchmal sind sie nicht so wichtig, wie sie für die Umwelt und vorallem für andere Christen aussehen.
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Februar 15th, 2010
Das leuchtet ein… auch mir