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23Aug/112

Was bringt eine totalitäre Überwachung

So extrem schlimm der Anschlag in Oslo ist, so sinnlos sind die Forderungen vieler Politiker nach mehr Überwachung.

Was bringt eine totalitäre Überwachung? Generell: Nichts produktives, keinen Mehrgewinn an Sicherheit, keinen 100% Schutz. So ein Anschlag wie in Norwegen kann auch eine komplette Überwachung nicht verhindern.

Was kann aber mit einer solchen Überwachung überhaupt erreicht werden? In einem diktatorischen Staat die Gleichschaltung der Bürger auf die Linie des Diktators. Abweichler, welche öffentlich aufzutreten versuchen und eine kritische Menge an Unterstützung zu gewinnen, werden so ziemlich sicher erkannt. In einem (noch) demokratischen Staat helfen solche Mittel der Politik mehr Macht zu geben. Denn die Politik ist indirekt der Auftraggeber der Sicherheitsorgane, auch wenn eine Gewalteintrennung herrscht.

Durch propagierte Überwachung jeden Lebensbereiches der Bürger wird eine Angst geschürt. Da der Selbsterhalt meistens wichtiger ist als das Wohl aller, schweigt der Einzelne lieber. Es wird wenig Exponenten geben welche es wagen ihre Meinungen öffentlich zu sagen. Insgeheim werden jenen  auch die Unterstützung zugesprochen, aber öffentlich wird sich die Mehrheit nicht wagen sich zu den neuen Aussenseiter zu stellen. Man könnte ja selber in Verdacht stehen.

Dazu noch ein Zitat:

„Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Juden holten,
habe ich nicht protestiert;
ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten,
gab es keinen mehr, der protestierte.“

Pastor Martin Niemöller (1892-1984)

 

Welche Alternativen gibt es? Jene, welche Norwegen einzuschlagen gedenkt. Mehr Offenheit, mehr Demokratie, mehr Einbindung der Bevölkerung. Nur wenn jeder das Gefühl hat mitbestimmen zu können und auch Resultate ersichtlich sind können solche Ereignisse als Einzelfälle abgehandelt werden und - trotz aller Schwere - ertragen werden.

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Kommentare (2) Trackbacks (0)
  1. Eine systematische Überwachung kann die Sicherheit durchaus erhöhen. Dies zeigen die Erfolge der Sicherheitskräfte, welche immer wieder Terroristen das Handwerk legen und damit hunderten von Menschenleben retten. Selbst der Anschlag in Norwegen hätte verhindert werden können, wenn die Behörden nicht geschlafen hätten. Breivik bestellte grosse Mengen an Düngemitteln, die er für die Herstellung des Sprengstoffs benötigte. Das ist aufgefallen. Leider wurde dem nicht nachgegangen. Sonst hätte die Tat wohl verhindert werden können. Wer nichts zu verbergen hat, der muss sich nicht fürchten. Und um Gleichschaltung geht es gar nicht. Die Meinungsäusserungsfreiheit muss in einer Demokratie natürlich gewährleistet sein.

  2. Die systematische Überwachung bringt erst einmal gar nichts. Sie muss auch ausgewertet werden. Die Auswertung bindet Zeit und Personal und somit Finanzen.
    Wo sind deine Quellen zu dem aufgefallenen Düngemittel? Und da du ja nichts zu verbergen hast wäre ein Link zu all deinen Kontoauszügen sowie Kreditkartenabbuchungen, deine Handynutzung mit allen Telefonaten sowie einen Auszug all deiner EMails, Briefe, Inhalte all deiner Gespräche usw mal ganz interessant. Sowie natürlich eine Kamera in deine Wohung (Big Brother ähnlich). Erst wenn du bereit bist dich in der Öffentlichkeit nakt auszuziehen hast du nichts mehr zu verbergen.

    Zudem noch eine provokante Aussage: Wer eine totalitäre Überwachung fordert wünscht sich ein Staatskonstrukt wie die Stasi. Eine Demokratie hat und wird immer Lücken haben damit der Bürger atmen kann und nicht dauernd überwacht wird.
    Eine funktionierende Demokratie hat die totalitäre Überwachung gar nicht nötig da sie den Bürger vertrauen kann.


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