(bissige?) Blogs eines Schweizers

Blogs, die das Leben schreibt

Vorwärts in die Vergangenheit

Erstellt von Swissbite am 5. August 2009

Scheint so, als hätten sich die Ziele der Regierungen in Europa nicht weiter geändert. Nur verzögert. Aber mit Verzögerung kann man leben, man packe einfach das alte neu ein, nehme eine neue Etikette und werfe es dem Pöbel vor die Füsse.

Von was ich da rede bzw schreibe? Nun, man sollte diesen Beitrag gar nicht lesen können, ohne schon selber darüber gestolpert zu sein, oder man bewegt sich wirklich mit Scheuklappen durch das Internet. Keinen blassen Schimmer? Nun, lass es mich erklären:

Seit einiger Zeit wollen einige Regierungen dieser Welt solchen Regierungen nacheifern, welche wir als Diktatur, Regime oder Schurkenstaat bezeichnen. Genauer geht es unter anderem der totalen Filterung und Kontrolle, was der Bürger sehen kann bzw. darf. Verkauft wird das ganze unter Jugendschutz, Terrorabwehr, (Kinder)pornobekämpfung, Staatsschutz und vielem anderen. Hauptsache, der Bürger wird auf dem Etikett geschützt. Nie davon gehört? Siehe in der Fussnote, und das sind nur die „neusten“ Einträge1 2 3 4

Die Problematik nicht erkannt? Oder sind die Beweggründe gut? Ich sage NEIN. Die Verpackung ist gut gemacht, aber es ist reine Symptombekämpfung bzw etwas unter falscher Flagge verkauft. Und das kann ich begründen.

Jeder, der sich Kriminell betätigen will, schaut zuerst auf seinen Schutz. Er will ja nicht bei der ersten Straftat gleich soviele Spuren hinterlassen, dass er sofort verhaftet wird. „Gute“ Verbrecher bleiben Jahrelang unerkannt oder unauffindbar. Und das soll im Internet anders sein? Ich sage, dass es gerade im Internet die Spurenverwischung noch besser vonstatten geht, vorallem in der organisierten Kriminalität. Heutige Verschlüsselungstechniken sind so gut, dass es keinen Aufwand macht, grössere Datenmengen unbehelligt von PC A nach Server B zu bringen, und von dort noch weiter. Keiner, aber wirklich keiner kann herausfinden, was eigentlich wirklich für Daten darin sind. Nur der, welcher es sendet und der, welcher es empfangen soll kann es wieder öffnen. Andere stehen vor einem unbezwingbaren Berg. Ein Berg, der nur die Zeit kleiner macht, und bei heitiger Technik dauert das mehrere Jahrhunderte, in etlichen Jahren (10 und mehr) vieleicht noch Jahrzehnte, um Daten die heute verschlüsselt wurden zu entschlüsseln.

Das heisst, ein Verbrecher hat gute 20 bis 30 Jahre Zeit (wie lange ist die Verjährung?), bis seine Daten das erste mal vielleicht geöffnet werden können.

Solchen Straftätern kommt man mit Internetzensur und ähnlichem nicht bei. Hier braucht es das, was es schon immer brauchte, und in allen grösseren Razzien schon immer im Spiel waren: Verdeckte Ermittler vor Ort bzw. irgendwo mittem im Geschehen. Das Internet ist ausserhalb des Geschehens, er verteilt nur noch.

Und wozu dient dann die ganze Übung unserer Nachbarstaaten und der Schweiz? Im Prinzip wieder um das, was vor knapp 60 Jahren der Fall war, und bis zum Mauerfall in Teilen Europas stärker als heute ins Gewicht fiel: Die Kontrolle, wer was wie und wo weiss. Oder anders: Das Internet bietet die Möglichkeit sich anders zu Informieren als die normalen Medien (Zeitung, Fernsehen, Radio) es je ermöglich . Es bietet die Möglichkeit und für totalitäre Staaten die Gefahr, sich untereinander frei zu Unterhalten, sich effizient über grosse Distanzen zu Formieren und zu Planen, und die Möglichkeit, anderes und weiteres Wissen zu erhalten als je der Fall war.

Woher meine Schwarzmalerei? Nun, schauen wir zuerst einmal ausserhalb der Schweiz (welche wirklich relativ moderat ist): In Deutschland ist die Internetüberwachung kurz vor dem Start, vor gut ein paar Jahren gabs die Meldung vom Bundestrojaner. Am besten erklärt die Situation ein wenig ironisch dieses Filmchen:

In Grossbritanien sind Überwachungskameras auf öffentlichen Plätzen schon seit Jahren eine Tatsache. Sicherheitsgewinn ist praktisch null, bzw. hätte sich mit besserer Beleuchtung der Plätz billiger verbessert. So kostet es nun mehr, und der Staat weiss, wo jeder wann war. Wie weit es im Internet aussieht, ist hier eher wenig bekannt. Es ist aber unwahrscheinlich, dass gerade diese Regierung mit ihren Kameras vor dem Internet zurückschrecken würde. Datenschutz gibt es praktisch keinen mehr, denn jeder Bürger kann jederzeit observiert werden.

Das sind 2 Länder. Wer auf technischen Newsseiten liest, wird schnell über vieles stolpern, was EU, Deutschland, Schweden und GB planen. Frankreich mischt auch mit, nur Italien fehlt das Geld.

Und was passiert in der Schweiz? In der Schweiz wurde der neue Pass eingeführt. Fingerabdrücke, digitales Bild unKOBIK-Sperred andere Daten sind Kontaktlos (d.H. aus der Ferne) leesbar. Aber leider nicht so gut verschlüsselt, wie das die wirklich bösen Jungs machen, denn ein Professor hat das ganze schon geknackt. Die Internetsperre gibt es schon, und wird unter dem Deckmantel “Kinderpornographie” geführt. Ja, Kinderpronographie ist eine Schweinerei, und Zuchthaus die beste Strafe, aber es löst das Problem nicht. Zudem weiss keiner, was genau für Adressen in dieser Liste sind. So ist es möglich, dass ab morgen diese Seite aus der Schweiz ohne weitere Werkzeuge nicht mehr erreichbar ist.
Weitere Werkzeuge? Ja, denkst du, dass sich die wirklich bösen Jungs von solchen Spielereien abhalten lassen? Ne, was die Provider hier machen können, ist nicht viel. Die einfachste aber am wenigsten sichere Lösung ist, einen anderen Server im PC angeben, welche eine URL zur wirklichen PC-Adresse auflöst. Aber der Provider sieht anschliessend immer noch, welche Daten du an welchen Server sendest.

Es gibt andere Programme, welche (beinahe) den kompletten Datenverkehr verschlüsseln. Für den Provider fliesst vom PC-Anschluss nur sinnlose Daten irgendwo hin, und das sogar immer wieder woanders, sowie zurück. Keine Chance herauszufinden, was genau hier durchgehen.

Fazit? Eines ist sicher: Die Probleme der Gesellschaft lassen sich nicht mit Technik und nicht im Internet lösen. Die propagierte Schutz vor diversen abscheuslichen Verbrechen lässt sich nie im Internet lösen, es ist ein gesellschaftliches Problem, und das seit mindestens der Griechischen Hochkultur. Verbotstafeln können vor Gefahren warnen, abhalten können sie sie nicht.

Und was kann der Leser dieses Beitrags machen? Die Augen öffnen wäre der erste Schritt. Der 2. wäre, seine Daten zu schützen, und Mailverkehr am besten verschlüsselt ablaufen lassen. Nur fehlt es hier meist am Gegenüber (Mailempfänger). Der 3. Schritt wäre politisch aktiv zu werden.

Der einfachste Weg hingegen ist, die Augen wieder zu schliessen, und alles zu vergessen, was du hier gelesen hast. Haben vor 60 Jahren auch viele gemacht, und du würdest dich sicher auch heute wieder mit der Mehrheit bewegen. Es liegt an dir.

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Keine grössere Sicherheit trotz Kameras

Erstellt von Swissbite am 19. Mai 2009

surveillance_quevaalbewakingsbollen_station_aarschotGrossbritanien, das Land der unbeschränkten Sicherheit. Nirgendwo sonst wird jeder Passant, jeder Verkehrsteilnehmer und jede streuende Katze so detailiert aufgezeichnet wie in Grossbritanien. Der Staat weiss, wann sie sich wo nicht Sittengemäss verhalten haben. Der Staat wird jede Übertretung bestrafen.

Nun, so die allgemeine Hoffnung, wird wenigstens die Kriminalität sich stark dezimieren. Das versprach die Regierung, das hofften die Befürworter und das wünschte die Bevölkerung.

Aber, wie es so häufig ist: Erstens kommt es anders, und zweitens als man will. Im gleichen Land wurde eine Studie 1  vom Innenministerium in Auftrag gegeben. Eine grobe deutsche Zusammenfassung ist unter anderem bei heise.de 2 zu finden.

2 Punkte kamen aus dieser Studie heraus: Auf öffentlichen Plätzen ging die Kriminalität nur geringfügig zurück. Einzig wurden dank der Kameras mehr Verbrechen “gemeldet”. Aber die gewünschte präventive Wirkung blieb grösstenteils aus.

Eine Ausnahme bildeten Parkhäuser, welche Überwacht und gut beleuchtet waren. Nun stellt sich die Frage, ob eine gute Beleuchtung vieleicht schon vielmals ausgereicht hätte. Denn das dunkle Geschäft meidet meist das Licht. War schon immer so, ist heute auch noch so.

Fazit: Kameras als Präventionsmittel ist ein Hohn. Dies nun endlich mit einer wissenschaftlichen Studie bewiesen. Wer trotzdem extremen Einsatz von Kameras befürwortet, der fördert einen Überwachungsstaat. Und meine Meinung dazu ist in diesem Blog nun wirklich ersichtlich. Das Geld kann für bessere Zwecke wie Bildung und Förderung von Lehrstellen genutzt werden.

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Das unsachgemässe Einsetzen einer Waffe

Erstellt von Swissbite am 10. Dezember 2008

Oder: Wenn der Schuss nach hinten losgeht

Wer sich häuffig und gerne mit Wikipedia beschäftigt, oder gerne technische News liest hat es vieleicht mitbekommen:

Die britische Internet Watch Foundation hat einen kompletten Artikel von Wikipedia gesperrt. Im Beitrag ist das umstrittene Cover der Band Scorpions enthalten. Obwohl dieses Cover nun schon 32 Jahre alt ist (1972), hatt die IWF gleich den ganzen Artikel gesperrt, statt nur das Coverbild. (Der Link zeigt absichtlich nicht direkt auf das Album bzw. das Cover. Benutzen Sie dazu Google, heise news oder sonstige News-Seiten)

Der Fehler in der ganzen Sache war, dass der ganze Artikel gesperrt wurde. Jenes Cover aber mit direkter URL nach wie vor aufgerufen werden konnte. Umso schneller wurden Kopien des Bildes im Internet herumkopiert, Newsseiten wurden auf das Sperren aufmerksam, und so kam es zu einer nicht gewünschten Popularität des Artikels und des Bildes.

Statt nur ganz dezent eine kleines Geschwür zu entfernen wollte man gleich einen ganzen Arm amputieren, leider hat jener zurückgeschlagen. So bleibt das Geschwür am Ort, der Arm ist auf Angriff übergegangen, und der Doktor sucht das weite.

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Wenn die Unschuldsvermutung nicht mehr stimmt

Erstellt von Swissbite am 19. November 2008

Vieles hört man über Datenbanken, jede Regierung die sich den Kampf gegen den Terrorismus auf die Fahne geschrieben hat, will eine. Nur die Insel im Nordwesten Europas hat schon lange eine: Eine DNA-Datenbank

Man könnte Argumentieren, dass Personen die sich nachweislich strafbar gemacht haben, sollen in die Datenbank eingetragen werden, um spätere Verbrechen relativ schnell auf schon “bekannte” Personen durchsuchen zu können. Nur geht Grossbritannien viel weiter:
Jeder Person, welche für irgendeine Straftat in die Mühlen der Jusitz kommt, wird eine DNA-Probe abgenommen, und so in die Datenbank eingetragen. Prissantes Detail: Auch Minderjährig sind sehr stark vertretten in der Datenbank.

Wer also die Langlebigkeit elektronischer Daten am eigenen Leib erfahren will, soll sich auf der Insel einer Straftat verdächtig machen. Man wird sie wiederfinden

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