Wie man von eigenen Problemen ablenkt
Oder: Wo Licht ist, ist auch Schatten
Gestern standen die Meldungen in den Onlinezeitungen (nzz.ch, 20min), am Abend kam es in der Tagesschau und heute steht es in den Druckausgaben der Zeitungen:
Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück will die OECD dazu bringen, die Schweiz auf die schwarze Liste der Steueroasen setzen lassen.
Seiner Aussage nach, sei unser Banksystem ein Negativbeispiel für das bekämpfen von Steuerflucht. Unsere Gesetzgebung könne bei einem Verdacht nicht helfen, was dieses Gesellschaftsproblem fördere. Dazu soll OECD bis im Sommer 2009 die heutige Liste (Andorra, Monaco und Liechtenstein) anpassen und erweitern, darunter eben die Schweiz und Österreich.
Statt nun die eigenen Probleme in Deutschland mit Arbeit, Steuergeschenke, Gesetzeswut und Arbeitslosigkeit im grossen Stil zu begegnen, wird nun versucht die Schuld auf andere Länder mit mehr Datenschutz und klarer Gesetzgebung für Datenaustausch anzugreifen.
Zum Glück muss in der OECD jedes Mitglied zustimmen, um neue Beschlüsse anzuerkennen. Und die Schweiz ist ein Mitglied der OECD.
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Ölpreise, theoretischer Vorteil der Finanzkriese
Heute steht in der NZZ-Online einen interessanten Artikel:
Preise deutlich gesunken
Die Massnahme solle wieder ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage schaffen, sagte der Politiker. Khelil erinnerte daran, dass der Ölpreis im Juli noch einen Spitzenwert von 147 Dollar pro Fass gehabt habe. Am Donnerstag habe der Fasspreis in London bei 68 Dollar und in New York bei 72,30 Dollar gelegen.
Nun, laut Tankstellenangaben sind die Preise immer noch gleich hoch. Zudem bezweifle ich, dass jene Preise so schnell nach unten korrigiert werden, wie sie in die höhe geschossen sind.
Und was macht die Opec, jetzt wo ihr Rohöl rassant billiger geworden ist, und nun wieder einen "alten" Stand erreicht hat? Sie wollen die Fördermenge drosseln, um den Preis wieder künstlich in die höhe zu heben.
Wie im Titel erwähnt: Theoretisch sollten die Ölpreise wieder markant billiger werden, dagegen wehren sich aber alle, die an den hohen Preisen mehr verdienen. So kann man Schurkenstaaten auch kennzeichnen.
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Wir können über den biometrischen Pass abstimmen
Eine Meldung die sogar eine deutsche Heise-Verlag zu einem Artikel veranlasst hat: Wir können als einziges Land über die biometrische Reisepässen abstimmen. Das Referendum ist ohne grossen Medienputsch zu einem guten Resulatat von 63'733 gültigen Unterschriften gekommen.
Wir haben nun die Möglichkeit als einziges Land zu entscheiden, ob in Zukunft Pässe (und indirekt auch die ID) zwingend mit biometrischen Daten zu versehen sind, oder ob der einzelne Bürger dies frei entschieden darf.
Nun, man mag sich fragen, was din überhaupt biometrische Daten? Im momentanen Entwurf gehören unter anderem dazu:
- digitaler Fingerabdruck
- digital aufbereitetes Foto
Welche weiteren Daten auf dem RFID Chip noch enthalten sind, enzieht sich meiner Kentnisse. Und somit ist auch schon das 2. Problem angesprochen: RFID-Chip. Ein RFID-Chip ist ein Datenspeicher, aus dem ohne Berührung Daten ausgelesen werden können. D.H. ich muss den Pass oder die ID gar nicht aus der Tasche nehmen, es reicht wenn ich durch eine Schranke, analog von einer Metalldetektionsschranke, hindurchlaufe, und die Daten werden ohne mein zutzun ausgelesen. Eigentlich braucht es nicht mal eine Schranke, je nach technischer Reife der Auslesegeräte kann das auf mehrere Meter abstand passieren. Was somit dem Identitätendiebstahl Tür und Tor öffnet.
Nun, alle guten Dinge sind ja drei, wollen wir das auch hier so halten: Der 3. Punkt ist die gewünschte Datenbank, in der alle Daten, die in den RFID-Chip eingepflanzt werden, gespeichert werden. Das ist so an sich ja auch noch nicht schlimm, aber lässt dem Informationsrausch der heutigen Zeit weitere Begehrlichkeiten erhoffen. So wäre es eigentlich nicht weiter schwierig, aus den verschiedenen Krankenkassen die Daten zu ihrer einzigen Identität hinzuzufügen, aus dem Strafregister auch noch eine Verknüpfung herzustellen, und aus der Steuerverwaltung auch gleich ihre Liquidität überprüfen.
Dazu abschliessend noch dieses Szenario aus der Diplomarbeit von Halil Özel:
Pizzalieferant Marly: Pizza Palace Lieferung in 30 Min. oder Geld zurück, mein Name ist Marly wie lautet ihre Bestellung? Mr. Kelly: Hi Marly, ja, ich möchte bestellen… Marly: Mr. Kelly, richtig? Mr. Kelly: aaa…. Ja…Marly: Danke, dass Sie wieder anrufen, Ihre nationale Identifikationsnummer lautet: 6102049998 – 45 – 54610 richtig? Mr. Kelly: aaa….. ja.
Marly: Danke Mr. Kelly, ich sehe Ihre Adresse lautet 736 Montrose Court und Sie rufen von ihrem Handy aus an, sind sie zu Hause? Mr. Kelly: aaa… nein, ich bin auf der Arbeit Marly: Oh wir können zu Bobs Autoteile liefern, 175 Lincoln AVE richtig? Mr. Kelly: Nein, ich bin auf dem Weg nach Hause, woher wissen Sie das alles? Marly: Oh wir sind jetzt mit dem System verbunden Mr. Kelly: Hm… ich möchte 2 Ihrer Spezialpizzen mit doppelt Fleisch bestellen.
Marly: O.k., darauf gibt es aber 20 Dollar Aufpreis Mr. Kelly: Was meinen Sie? Marly: Laut dem System zeigen Ihre medizinischen Daten, dass Sie einen extrem hohen Blutdruck und Cholesterinspiegel haben. Wir haben einen Vertrag mit ihrer Krankenversicherung, sodass Sie die Pizza bestellen können, wenn Sie schriftlich auf alle diesbezüglichen Krankenkassenzahlungen verzichten Mr. Kelly: Was? Marly: Stimmen Sie zu? Sie können die Verzichtserklärung bei der Lieferung unterschreiben, es kommen aber Verwaltungsgebühren dazu, das Ganze macht 67 Dollar. Mr. Kelly: 67 Dollar? Marly: inklusive 15 Dollar Aufschlag für das Liefern in einer orangefarbenen Gefahrenzone Mr. Kelly: Ich lebe in einer orangenfarbenen Zone? Marly: Natürlich, da war ein weiterer Überfall in Ihrer Straße gestern, hmmmm… Sie könnten 48 Dollar sparen, indem sie unsere Gemüsepizza bestellen und sich die Pizza selber abholen. Es sind Tofustäbchen dabei, sehr lecker und gesund. Mr. Kelly: Aber ich möchte doppelt Fleisch!
Marly: Dann können Sie sich auch die 67 Dollar leisten, … Sie haben eben Tickets nach Hawaii bestellt, die waren auch nicht billig, aaa… ich sehe gerade, Sie haben letzte Woche das Buch „Sparen im Urlaub ausgeliehen“, Ihre Entscheidung! Mr. Kelly: O.k., o.k. ich nehme die Gemüsepizza Marly: Gute Wahl, Sie müssen auf ihre Linie achten wenn Sie an den Strand wollen. Ein Meter Bauchumfang he? Wow.. da haben Sie das Gemüse nötig. Mr. Kelly: (Genervt) Wie viel macht das? Marly: Es gibt ein Rabatt-Coupon über 3 Dollar in der aktuellen Ausgabe von Total Men´s Fitness, ihre Frau abonniert die, oder? Das macht dann zusammen 19.99 Dollar. UPS.. alle ihre Kreditkarten sind am Limit, halten sie Bargeld bereit.“
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Bern schaltet doch
Mit etwas verspätung kommt doch auch hier der Senf zur Berner Variante der Finanzkriese.
Wie wohl jetzt überall bekannt, spricht die Nationalbank 60 Milliarden Dollar für eine Zweckgesellschaft. Somit kann die UBS "faule" Wertpapiere auslagern, die im Moment keinen Gewinn bringen, und Geld blockieren. D.H. die UBS kann maximal Wertpapiere im Wert von 60 Milliarden Dollar auslagern, und so wieder flüssiges Geld machen.
Zudem stellt der Bund für eine Kapitalerhöhung mit 6 Milliarden Schweizer Franken bereit. Immerhin mit 12.5 % Jahreszins, aber dennoch ein haufen Geld. Nicht vergessen werden darf, dass in diesem Fall der Bund einen Einfluss von 9% erhält. Aber detailierter kann man das bei der NZZ.ch nachlesen.
Nun ja, wieso beschäftigt mich das?
Einerseits verstehe ich ja, dass man die UBS nicht bankrott sehen will, hängen doch zuviele KMU an der UBS (Darlehen, Hypotheken, usw). Das sagene jedenfalls dieverse Medien. Zudem ist die UBS die grösste Schweizer Bank, und die möchte man nicht verlieren. Aber: Sieht man hier nicht irgendwelche Anzeichen wie:
Je grösser du als Firma bist, je mehr Geld für dich im Spiel steht, desto mehr Fehler kannst dir erlauben, da ja der Staat es sich nicht leisten kann, dich untergehen zu lassen.
Falls dem nicht so ist, dann warte ich auf die Flut der KMUs, welche auch die Hände hinhalten wegen ihren Geschäftsproblemen auf Grund dieser Finanzkriese.
Um doch noch was positives zu sagen: Immerhin kommen jetzt die exorbitanten Entschädigungen vermehrt in den Blickfeld der obereren Entscheidungsträger. Ich hoffe, dass was daraus gelehrnt wird, auch wenn ich es bezweifle. Und wenn doch, wie wäre es mit meinem Vorschlag?
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Pfefferspray statt durchgeladene Waffe
Immerhin, sie lernen was. Wenn auch langsam.
Die Schweizer Armee setzt den offiziellen Wachtbefehl von durchgeladener Waffe aus. Als Sofortmassnahme gilt der Wachtbefehl mit unterladene Waffe mit Pfefferspray. Zwar können Komandanten die durchgeladene Waffe im Bedarfsfall befehlen, was wohl aber eher die Ausnahme sein wird.
Ich finde diesen entscheid Positiv, auch als Armeebefürworter. Aus etlichen Gründen:
- Ausmerzen der unnötigen Gefahr des Militärdienstes dank menschlichem Versagen
- Das herausgeben einer effektiven, aber nicht zerstörerischen Zweitwaffe
- Die Beibehaltung der Möglichkeit im Bedarfsfall die Bereitschaft drastisch zu erhöhen
Klar, Armeegegner sehen dies als Schritt für weiteren Abbau, aber dies steht auf einem anderen Papier.
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BlickamAbend: Hallo Bern?!
Heute stand im BlickamAbend wiedermal ein Blick-typischer Artikel. Im Blick selber der grösserere Artikel. Sie warfen dem Bundesrat vor, nichts zu tun in der jetztigen Finanzkriese.
Stimmt, wenn man alleine viele Länder Europas anschaut (Deutschland, Island, Italien) wie schnell dort Staatsgarantien gesprochen werden oder gleich alle Banken verstaatlicht, kann man sagen, unsere Regierung macht nichts.
Aber: Ist nicht evnt. genau das der richtige Weg? Wie lange haben sich Banken gewehrt, vom Staat kontrolliert zu werden? Wieviele scheuten die volle Rechenschaft über ihr Tun und das verwalten des Geldes? Wie viele hätten andere Saläre (schwächere und stärkere) wenn der Staat überall mitspielen würde?
Und wieso soll genau jetzt, wo die selbst verschuldete Krise kommt, der Staat plötzlich der Retter sein? Unnötig Geld reinwerfen, um so die Fehler von unverantwortlichem Handel ausbessern?
Meine Idee vom Handeln wäre ganz anders: Jeder Manager und jedes Mitglied des Verwaltungsraats ist mit genau einem Jahresgehalt voll Haftbar. Als Gehalt meine ich der "Lohn", jeden Bonus und jede Vergütung des Betriebs. Es würde zwar kurz ein Wehklagen durch die Chefetagen gehen, aber jeder wäre sich mehr bewusst, wie weit seine Entscheidungen reichen könnten.
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Satire von Nebelspalter: Endlich Klarheit in der Armee-Frage
Eine satirische Aufklärung der Armee-Frage aus sicht der wichtigsten Parteien.
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Die Problematik an “Swissness”
Wir Schweizer haben an sich einen guten Ruf. Wir sind genau, freundlich, nicht aufdrängend, sparsam und nicht alzu anspruchsvoll was unsere Umgebung anbelangt (was nichts mit der Arbeitsqualität zu tun hat). Leider sehe ich je länger je mehr Problematik an der Swissness.
Wir kritisieren immer wie weniger offen und direkt, lassen uns mehr gefallen als wir sollten (Siehe Politik und Abstimmungspackete), weisen nicht mehr zurecht (offene Drogenszenen oder offene Gewalt), halten uns bei Unrecht zu stark zurück (wo bleibt die Courage?) und uns sind die anderen eigentlich nur noch egal.
Ist es das gewünschte Ziel unseres Landes, dass...
* am Schluss einfach der Betrag im Protmonee stimmt?
* das öffentliches Misachten von Gesetzen von den Bürgern frei geduldet wird mit Ausreden wie freie Selbstverstümmelung bzw. -bestimmung, oder "Ist doch nicht mein Problem.."?
* wir uns von unseren Politikern so "vergauckeln" lassen und jedes Abstimmunspacket ohne grosses Murren gutheissen?
* die Gepflogenheiten und positiven Errungenschaften unseres Zusammenlebens nicht mehr hochgehalten werden und den Jungen mit mehr Rückgrad vermittelt wird?
Wenn ja, wird es Zeit dass sich was ändert. Wenn nicht, wieso lassen wir es dann zu?
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