(bissige?) Blogs eines Schweizers Blogs, die das Leben schreibt

17Mai/090

Schwarzer Tag für den Datenschutz

So, hab heute ist es leider offiziell. Der Schweizer Bürger wird ab 2010 nur noch biometrische Pässe bekommen, und in naher Zukunft wird auch die ID biometrische Daten beinhalten. Trotz knappem Ja von 953'136 Stimmen gegenüber 947'632 Nein-Stimmen (Differenz, 5'504 Stimmen), wird es wohl so kommen.

Zusätzlich werden alle Daten in einer zentralen Datenbank gespeichert. Da niemand eine Datenbank für nur ca. 7.5 Mio Datensätze a ca. 15 Einträgen (Name, Vorname, 2. Name, Geschlecht, Adresse, Wohnort .. und neu 4 Fingerabdrücke, digital erfassbares Gesichtsbild) erstellt, wird die Erweiterung und Verknüpfung nicht lange auf sich warten lassen.

Tja, was man anstellen könnte, zeigt mein früherer Beitrag.

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2Mrz/090

(Zu?) einfache Lösung des Bankgeheimnis-Problems?

Überall wird darum gestritten, ob das Bankgeheimnis als solches soll beibehalten werden, oder gleich ganz abgeschafft. Dabei ist der Streitpunkt nicht der Schutz der Persönlichkeit des Inhabers, sondern einzig und allein der Auskunftsverweigerung bei einer Steuerhinterziehung. Nun, da Steuerbetrug und Steuerhinterziehung zwei komplett verschiedene Tatbestände sind, muss das Vorgehen ja auch verschieden sein.

Da wiedereinmal von der Linken Seite der Politik gleich das ganze System abgeschafft werden sollte, überlegt sich niemand die Auswirkung. Die finanziellen Auswirkungen sind eine Sache, die Möglichkeit von jeder Person jede Transaktion nachzuvollziehen, eine andere. Sie denken, sie haben nichts zu verstecken. Ich weiss, sie wollen nicht alles preis geben. Denn dies wäre wieder wie zu jener Zeit, wo der Staat alles weiss, der Bürger nichts.

Die einfachste Lösung aus meiner Sicht, wäre für die Steuerhinterziehung folgendes Szenario:

Land an Schweiz: Hallo Schweiz, Bürger ABC hat uns mitgeteilt, bei der Schweiz jenen Betrag auf euren Konten zu haben. Stimmt dies?
Schweiz an Land: Ja, es stimmt oder nein, der Betrag stimmt so nicht.
Land an Bürger: Verfahren wegen Steuerhinterziehung
Land an Schweiz: Anfrage auf Untersuchungshilfe
Schweiz an Land: Wenn ausserhalb eines allgemein verhandelten Prozentsatzes, Ja, ansonsten nein (so z.B. 1% der gemeldeten Beträge an das Land)

Vorteil: Steueroase wäre somit definitv ausgeschaltet, es gibt klare Regeln und Gesetze, und jedes Land hat die Möglichkeit auf Anfrage, ohne gleich den gesammten Kontoverkehr usw. zu erhalten.

Jetzt sagt mir: Ist diese Lösung zu einfach?

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12Feb/090

Schweizer Soldaten in den Sudan

Heute Morgen im Tram hatte ich einen Schock. Beim Banknachbar stand in der Berner Ausgabe der 20min in etwa die obrige Überschrift. Da ich selber keine 20min zur Hand hatte, suchte ich vergeblich nach einem ähnlichen Artikel in Punkt.CH. Gut, via Handy das Internet durchforstet, und siehe, 20 min war nicht das einzige Tagesblatt. Etliche Überschriften in den verschiedenen Zeitungen hatten ähnliche Überschriften. Einige Beispiele:

  • Der Tagesanzeiger ganz reiserisch:

    Ueli Maurer will Soldaten in den Sudan schicken

  • Die Basler Zeitung:

    Ueli Maurer will Soldaten in den Sudan schicken

[Upadate] Die orginale Überschrift in der Druckversion von 20 minuten lautet: Schweizer Soldaten müssen nach Darfur[/Update]

Die Schweiz soll militärische Truppen in den Sudan schicken? Für was? Den Präsidenten entmachten? Waffenstillstand erzwingen? Mit welcher Legitimität? Schon dachte ich, die Neutralität sei jetzt wohl doch den Bach ab, ohne grosse Diskusion darüber. Wir reihen uns ein hinter Deutschland, Frankreich, Grossbritanien, und gehen in den Sudan, Iraq, Afganistan und sonst noch, wo gerade militärisches Personal fehlt. Schon zog ich meine Gedanken weiter, ob ich den Dienst ab sofort zu verweigern habe, gar Fahnenflucht begehen sollte...

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27Okt/082

Sicherheitslücken von RFID

Oder auch: Wenn der biometrische Pass nicht sicher ist

Da denkt man als Informatiker, die Industrie habe dazugelehrnt, dass veraltete Verschlüsselungsalgorythmen nie sicher sind. Und nun lese ich auf heise.de, dass einer dieser Schlüssel bei RFID eingesetzt wurde.

Nun, zuerstmal: Was ist RFID und was hat das mit dem Pass zu tun?

RFID ist die Abkürzung für Radio Frequency Identification, was in etwa mit Identifikation mit elektromagnetischen Wellen bedeutet. Oder auch anders ausgedrückt: Datenaustausch ohne aktives zutun des Karteninhabers. Um dem ganzen auch ein Gesicht zu geben: Ein Chip, von dem Daten gelesen werden können, ohne dass sie die Karte aus dem Portmonee nehmen müssen, z.B. ein Türöffner, ein Personalausweis, oder eben auch der neue biometrische Pass.
Auf diesem werden die Daten, die elektronisch gespeichert sind, auf einem solchen RFID-Chip abgelegt sein, damit das Auslesen einfacher geht.

Nun die Problematik der Geschichte: Eigentlich sollten die Daten zwischen Lesegerät und Chip verschlüsselt stattfinden, und nur zugelassene Lesegeräte dürften den Chip auslsen. Leider haben wohl ein Hersteller zuwenig darauf geachtet, und einen alten und schon geknackten Verschlüsselungsalgorythmus genommen. Das war im März dieses Jahres, der Hersteller hat Verbesserung (nachdem unabhängige Personen die Firma auf diesen Missstand aufmerksam machen mussten!) versprochen, und eine verbesserte Variante herausgebracht. Aus Kompatibilitätsgründen können die neuen Chips aber mit alten Lesegeräten immer noch auf diesem Weg kommunizieren. Jetzt kursiert aber im Internet schon ein Programm, welches es Personen mit Programmierkenntnissen das Auslesen von Chips auf Distanz (ca. 1-2m) relativ einfach macht. Diese ausgelesene Daten können für alles gebraucht werden, wofür der Orginalchip gedacht war.

Und der biometrische Pass, der kommen soll? Leider wissen wir nicht, was für ein Chip darin ist, und welche Verschlüsselung er hat. Aber zumindest die Daten können, wenn auch verschlüsselt, 1:1 kopiert werden. Und RFID-Chips können 1:1 kopiert werden, was dem Missbrauch Tür und Tor öffnet.

Falls sie schon einen biometrischen Pass haben, empfehle ich ihnen, ihn immer in Alufolie einzupacken, und nur bei gebrauch auszupacken. RFID-Chips senden in der Regel nicht von sich aus, d.H. dem Chip kann in der Folie nichts passieren.

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23Okt/080

George Orwell lässt grüssen

Scanner

BodyScanner

BodyScanner von L3-com

oder: Der Verlust der letzen Persönlichkeit

Schon länger wurde darüber gemunkelt. Die USA haben es schon, am Zürcher Flughafen wird es bereits getestet, und das EU-Parlament will es generell erlauben: Ganzkörperscanner an den Flughäfen.

Zuerst: Was ist und was macht ein solcher Scanner? Im Prinzip ist es im weitesten Sinn eine Kabine, die innert Sekunden den Körper mit Scannt, und so alles erkennen lässt, was unter den Kleidern verborgen ist. Alles heisst alles. Neben verborgenen Messern, stumpfen Waffen, Kleingeld, Schmuck auch Implantate, Körperdetails usw.

Das natürlich alles zum Wohle der allgemeinen Sicherheit. Aber über Datenschutz, Persönlichkeitsschutz und Recht wurde nicht weiter nachgedacht. Kann man ja alles Anpassen. Sind nur Schriftstücke, die eh einmal geändert oder revidiert werden müssen. Mit dem Bürger kann man das ja machen.

Dazu empfehle ich den Beitrag auf Zoomer.de.

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19Okt/081

Ölpreise, theoretischer Vorteil der Finanzkriese

Heute steht in der NZZ-Online einen interessanten Artikel:

Preise deutlich gesunken

Die Massnahme solle wieder ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage schaffen, sagte der Politiker. Khelil erinnerte daran, dass der Ölpreis im Juli noch einen Spitzenwert von 147 Dollar pro Fass gehabt habe. Am Donnerstag habe der Fasspreis in London bei 68 Dollar und in New York bei 72,30 Dollar gelegen.

Nun, laut Tankstellenangaben sind die Preise immer noch gleich hoch. Zudem bezweifle ich, dass jene Preise so schnell nach unten korrigiert werden, wie sie in die höhe geschossen sind.

Und was macht die Opec, jetzt wo ihr Rohöl rassant billiger geworden ist, und nun wieder einen "alten" Stand erreicht hat? Sie wollen die Fördermenge drosseln, um den Preis wieder künstlich in die höhe zu heben.

Wie im Titel erwähnt: Theoretisch sollten die Ölpreise wieder markant billiger werden, dagegen wehren sich aber alle, die an den hohen Preisen mehr verdienen. So kann man Schurkenstaaten auch kennzeichnen.

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